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Archive for September 7, 2008

In Brooklyn

Ihr verfiel er noch in Brooklyn, als der Hunger so groß und die Kälte so furchtbar waren, daß er davor mit seinem Freund Joe in Spielräume und unterirdische Bedürfnisanstalten wegen der tierischen Wärme dort floh. Es versteht sich fast von selbst, daß Miller kein vorausplanendes Ich über sich duldete, statt dessen dafür war, sich dem magischen Es zu überlassen, Weiterlesen …

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Eine Apologie

Das Mißlungene mit seinem Charme erscheint als eine Qualität an sich. „Gerade das Falsche daran“, so Miller, „gibt dem Gemälde seine Würze. Wenn man sein Medium erst einigermaßen zu meistern weiß, ist es natürlich schwierig, noch etwas falsch zu machen.“Gerade dadurch, daß ihm das Falsche zwangsläufig und willkürlich unterlief, wurde es wahr. Eine Apologie des Zufalls manifestiert sich hier. Daß die Anzahl seiner Aquarelle in die zig Tausende geht, von denen er in seiner Großzügigkeit massig an Hinz und Kunz verschenkte, so daß eine angemessene Retrospektive, Weiterlesen …

Vom Kult

Selbst schlechte Bilder, selbst reine Verkaufsschinken regen, wie ich entdeckt habe, zum Nachdenken an. Nichts ist schlecht, wenn man es wißbegierig ansieht.“Schauend fand er den Einstieg in die Kunst. Dabei hielt er nichts vom Kult der qualitativen Höchstleistung, weder auf dem Gebiet der Malerei noch in der Literatur. Ihm, dem geborenen Autodidakten, Weiterlesen …

Neugierde und Lust

Der Wunsch, es besser zu können, bestand zwar, aber doch nicht so stark, daß er sich mit aller Gewalt dahin bugsieren wollte, wo Debütieren umschlägt in Meisterschaft. Trotzdem ließ er, wohl auch aus Neugierde und Lust, in Paris den Versuch seiner Freunde Hilaire Hiller und Hans Reichel zu, ihn in die Technik des Aquarellmalens einzuführen, doch vergeblich. Einerseits ermutigten sie ihn, andererseits wollten sie „das bißchen Talent“, das er hatte, nicht zerstören und merkten außerdem, daß er keine Lernnatur war. Weiterlesen …

Bemühungen

Doch nach herzbrechenden Bemühungen dann das Merken, daß das Bild, an dem er arbeitete, „kein Cezanne werden will, sondern wieder nur ein x-beliebiger Henry Miller“. In der Stimmung des Scheiterns und der Selbstrelativierung sehnte er sich erfahrene Weiterlesen …

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Landschaften

Wenn er probierte, jemanden zu kopieren, weil ihm etwas besonders gefiel, so war das Mißlingen vorprogrammiert. Zudem wußte er, daß sein Dilletantismus schon verhinderte, daß die Kopie auch nur entfernt an das Original heranreichen würde. Ja, er verließ sich sogar darauf, daß am Ende etwas heraussprang, was sich mit dem Vorbild nicht vergleichen ließ. Weiterlesen …

Kathedralen

Abgebildet waren darauf Wallfahrtsorte, Wolkenkratzer, große und kleine Häfen, mittelalterliche Schlösser und Kathedralen, chinesische Pagoden, Burgverliese, exotische Tiere, die großen Ströme der Welt, berühmte Gräber, alte Schriften, Hindugötter und -göttinnen, primitive Kleidungsstücke, orientalische Typen, Ruinen, alte Schmöker, berühmte Aktbilder, Cezannes Äpfel, van Goghs Sonnenblumen, jede denkbare Kreuzigung, Weiterlesen …